Kurz beantwortet
Tagesgeld ist eine Geldanlage bei einer Bank ohne feste Laufzeit, über die du jederzeit verfügen kannst. Der Zinssatz ist variabel, die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Die gesetzliche Einlagensicherung deckt Einlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank.
Was ist Tagesgeld?
Tagesgeld ist eine flexible Geldanlage ohne feste Laufzeit. Der Zinssatz ist variabel, die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Er orientiert sich meist am aktuellen Marktzins, und das Guthaben bleibt jederzeit verfügbar.[1]
Das Tagesgeldkonto dient nicht dem Zahlungsverkehr. Ein- und Auszahlungen laufen über ein Referenzkonto, meist das Girokonto. Um das Guthaben zu nutzen, überweist du es zunächst dorthin, was in der Regel einen Werktag dauert.[1]
Unterschied zu Festgeld und Girokonto
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld | Girokonto |
|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | jederzeit, über das Referenzkonto | nur zum Laufzeitende | jederzeit, für den Zahlungsverkehr |
| Zins | variabel | für die Laufzeit vereinbart | Guthaben meist gar nicht oder gering verzinst |
Beim Festgeld vereinbart die Bank Laufzeit und Zinssatz vorab, dafür kannst du in der Regel nicht vorzeitig verfügen.[2] Das Girokonto ist für Überweisungen, Lastschriften und Bargeld gedacht und als Sparkonto weniger geeignet.[3]
Einlagensicherung
Tagesgeld zählt zu den Einlagen im Sinne des Einlagensicherungsgesetzes.[4] Der Entschädigungsanspruch ist auf 100.000 € begrenzt. Ausnahmsweise beträgt die Deckungssumme bis zu 500.000 €, etwa bei Beträgen aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie, sofern der Entschädigungsfall innerhalb von sechs Monaten nach der Gutschrift eintritt (§ 8 EinSiG).[5] Die Grenze gilt je Kunde und Bank, auch für deutsche Niederlassungen ausländischer Banken und Zweigstellen aus EU- und EWR-Staaten. Für höhere Beträge greift in Deutschland oft die freiwillige Einlagensicherung der Bankenverbände, auf die kein einklagbarer Anspruch besteht.[1]
Zinsen: EZB und Bundesbank
Der Einlagesatz der EZB ist der Zinssatz, zu dem Banken überschüssiges Geld über Nacht beim Eurosystem anlegen können. Er liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 %, davor seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 %.[6] Er ist ein Maßstab für das Zinsniveau, aber kein Tagesgeldzins.
Die Bundesbank veröffentlicht in der MFI-Zinsstatistik den volumengewichteten Durchschnittszins für täglich fällige Einlagen privater Haushalte bei deutschen Banken, gemessen am Bestand zum Monatsende. Im September 2026 lag er bei 0,52 % (vorläufiger Wert), im August 2026 bei 0,51 %.[7] Der Wert beschreibt die Kategorie täglich fälliger Einlagen insgesamt und ist kein Zinssatz einzelner Tagesgeldangebote.
Steuern in Kürze
Zinsen auf Tagesgeld gelten als Kapitalerträge und sind steuerpflichtig.[1] Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 €, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG).[8] Mit einem Freistellungsauftrag nutzt du ihn bei der Bank; was darüber liegt, unterliegt der Abgeltungsteuer.
Rechenbeispiel
Angenommen werden 40.000 €, ein Zinssatz von 2,50 % pro Jahr, der ein Jahr unverändert bleibt, und eine Zinsgutschrift am Jahresende. Der Zinssatz ist eine reine Rechenannahme und kein Angebot.
- Zinsen: 40.000 € × 2,50 % = 1.000,00 €. Das entspricht genau dem Sparer-Pauschbetrag, sofern er nicht anderweitig verbraucht ist.
- Bei 60.000 € und gleichem Zins: 1.500,00 €, davon 500,00 € oberhalb des Sparer-Pauschbetrags.
- Zinssenkung auf 1,50 % bei 40.000 €: 600,00 € statt 1.000,00 €. Genau das ist der Unterschied zum Festgeld: Der Zins kann sich während der Laufzeit ändern.
Eigene Annahmen rechnest du mit dem Tagesgeld-Zinsrechner. Die Beträge verstehen sich vor Steuern.
Grenzen und Sonderfälle
Der Eintrag nennt keine Angebote und keine Konditionen einzelner Banken. Bei Anlagen in Fremdwährung kommt das Risiko von Wechselkursänderungen hinzu, bei Anbietern außerhalb der EU ein erhöhtes Insolvenzrisiko.[1] Der Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Beratung.
Häufige Fragen
Was ist Tagesgeld?
Eine Geldanlage bei einer Bank ohne feste Laufzeit und mit variablem Zinssatz. Du kannst jederzeit über das Guthaben verfügen, in der Regel über ein Referenzkonto.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zins kann sich jederzeit ändern. Festgeld ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden, der Zins steht fest.
Ist Tagesgeld sicher?
Die gesetzliche Einlagensicherung deckt Einlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank, in Sonderfällen bis zu 500.000 €. Darüber greift teils die freiwillige Einlagensicherung der Bankenverbände.
Wie schnell komme ich an mein Tagesgeld?
Ohne Kündigungsfrist, aber nur über das Referenzkonto. Die Überweisung dauert in der Regel einen Werktag.
Muss ich Zinsen auf Tagesgeld versteuern?
Ja, es sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben sie steuerfrei, wenn er nicht anderweitig verbraucht ist.
Quellen
- [1] Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Tagesgeld (Verbraucherinnen und Verbraucher). Abgerufen am 2. November 2026.
- [2] Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Festgeld (Verbraucherinnen und Verbraucher). Abgerufen am 2. November 2026.
- [3] Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Girokonto: Alles, was Sie wissen müssen. Abgerufen am 2. November 2026.
- [4] Bundesministerium der Justiz: Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) § 2 Begriffsbestimmungen (Absatz 3). Abgerufen am 2. November 2026.
- [5] Bundesministerium der Justiz: Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) § 8 Deckungssumme. Abgerufen am 2. November 2026.
- [6] Europäische Zentralbank: Key ECB interest rates (Einlagefazilität). Abgerufen am 2. November 2026.
- [7] Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik: Effektivzinssätze Einlagen privater Haushalte, täglich fällig (SUD101), Zeitreihe BBIM1.M.DE.B.L21.A.R.A.2250.EUR.N, Stand 2.11.2026. Abgerufen am 2. November 2026.
- [8] Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 20 Einkünfte aus Kapitalvermögen (Absatz 9). Abgerufen am 2. November 2026.
Redaktion
Text und Rechenweg: Philip, Wirtschaftsinformatiker und Unternehmer
Philip hat eine kaufmännische Ausbildung, Wirtschaftsinformatik studiert und führt eigene Unternehmen. Bei Finanzwiki schreibt er über Finanzgrundlagen, Sparen, Konten und Alltagsrechner und prüft die Rechenwege.
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