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Finanzwiki

ETF-Sparplan-Rechner

Geschrieben von Lena · Betriebswirtin (M. Sc.) mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft

Teilfreistellung, Vorabpauschale und Basiszins sind an Investmentsteuergesetz und BMF-Schreiben geprüft, die Indexzahlen am Factsheet des Indexanbieters.

Rechenweg und Quellen offen dokumentiert, so arbeiten wir

Stand:

€
€
%
Jahre
%

vor Kosten, ein Szenario

%
%

Endwert nach Steuer

71.350 €

Eingezahlt 36.000 €
Endwert vor Steuer 79.031 €
Gewinn vor Steuer 43.031 €
Steuer beim Verkauf 7.681 €
Kaufkraft in heutigen Preisen 39.390 €

Szenario mit konstanter Rendite, keine Prognose. Ohne Vorabpauschale und Kirchensteuer.

Entwicklung pro Jahr (vor Steuer)

Szenarien im Vergleich

Rendite vor Kostenvor Steuernach SteuerKaufkraft
3 %56.111 €52.662 €29.073 €
5 %79.031 €71.350 €39.390 €
7 %113.342 €99.327 €54.835 €

Kurz beantwortet

Der Rechner zeigt, wie sich ein ETF-Sparplan unter angenommenen Renditen entwickeln würde, nach Kosten, Steuer beim Verkauf und Inflation. Die Renditen sind Szenarien zum Durchspielen und keine Prognose. Kleine Unterschiede bei Laufzeit und Kosten wirken über Jahrzehnte stark.

So rechnet der Rechner

Der Rechner simuliert einen thesaurierenden Aktien-ETF Monat für Monat. Grundlage ist eine angenommene Rendite r pro Jahr vor Kosten und die laufenden Kosten (TER) pro Jahr. Daraus entsteht die Monatsrendite r_m = (1 + r − TER)^(1/12) − 1.

  1. Monatsschritt: Zum Monatsanfang wird die Rate eingezahlt, danach wächst das Depot um r_m: K = (K + Rate) · (1 + r_m). Als Start steht der Startbetrag im Depot.
  2. Dynamik: Die Rate steigt jeweils zu Beginn eines Jahres um den eingestellten Prozentsatz. Im Jahr y beträgt sie Rate_0 · (1 + d)^y. Innerhalb eines Jahres bleibt sie gleich.
  3. Gewinn: Endwert vor Steuer minus Summe aller Einzahlungen (Startbetrag plus Raten).
  4. Steuer bei Verkauf am Ende: Vom Gewinn bleiben 30 % wegen der Teilfreistellung außen vor. Vom Rest wird der Sparerpauschbetrag abgezogen. Auf das Ergebnis fallen 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer an, zusammen 26,375 %. Kirchensteuer fehlt.
  5. Kaufkraft: Der Endwert nach Steuer wird mit (1 + Inflation)^Laufzeit geteilt und zeigt, was der Betrag in heutigen Preisen wert wäre.

Zusätzlich zeigt der Rechner die Szenarien 3 %, 5 % und 7 % Rendite vor Kosten nebeneinander. Das sind Rechenbeispiele und keine Prognosen.

Monatsrendite

r_m = (1 + r − TER)^(1/12) − 1

r Rendite p.a. vor Kosten, TER laufende Kosten p.a., beide als Dezimalzahl

Monatsschritt

K ← (K + R_y) · (1 + r_m)

R_y Rate im Jahr y, Einzahlung zum Monatsanfang

Rate mit Dynamik

R_y = R_0 · (1 + d)^y

d jährliche Erhöhung der Rate, y Jahr seit Start (0, 1, 2 …)

Steuer beim Verkauf

St = max(0, G · 0,7 − F) · 0,25 · 1,055

G Gewinn (Endwert minus Einzahlungen), 0,7 nach 30 % Teilfreistellung, F Sparerpauschbetrag

Kaufkraft

K_real = (K_n − St) / (1 + i)^n

i Inflation p.a., n Laufzeit in Jahren

Parameter und Fundstellen

ParameterWertGültig
Teilfreistellung Aktienfonds (§ 20 Abs. 1 InvStG)[1]30 %
Abgeltungsteuer (§ 32d Abs. 1 EStG)[2]25 %
Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer (§ 4 SolZG)[3]5,5 %
Sparer-Pauschbetrag, Einzelperson (§ 20 Abs. 9 EStG)[4]1.000 €
Sparer-Pauschbetrag, zusammen veranlagt (§ 20 Abs. 9 EStG)[4]2.000 €
Basisertrag: Anteil am Basiszins (§ 18 Abs. 1 InvStG)[5]70 %
Basiszins für die Vorabpauschale 2026 (BMF)[6]3,2 %2. Januar 2026 bis 31. Dezember 2026

Teilfreistellung und Steuer beim Verkauf

Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei (Aktienteilfreistellung).[1] Als Aktienfonds gilt ein Fonds mit der nötigen Mindestquote an Aktien. Der Rechner unterstellt einen solchen Fonds, zum Beispiel einen breit gestreuten Welt-Aktien-ETF. Die Einkommensteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen beträgt 25 Prozent.[2] Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf diese Steuer.[3] Beim Gewinn aus Fondsanteilen wird ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro abgezogen, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro.[4]

Rechenbeispiel: Gewinn 10.000 €. Davon sind 7.000 € steuerpflichtig. Nach 1.000 € Sparerpauschbetrag bleiben 6.000 €. Die Steuer beträgt 6.000 × 0,25 × 1,055 = 1.582,50 €.

Vorabpauschale: warum das Ergebnis etwas zu hoch ausfällt

Bei thesaurierenden Fonds besteuert der Staat nicht erst beim Verkauf, sondern schon jährlich pauschal. Diese Vorabpauschale ist der Betrag, um den die Ausschüttungen eines Fonds im Kalenderjahr den Basisertrag unterschreiten. Der Basisertrag ergibt sich aus dem Rücknahmepreis zu Jahresbeginn mal 70 Prozent des Basiszinses und ist auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres begrenzt. Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen.[5] Den Basiszins leitet das Bundesfinanzministerium aus einer Bundesbank-Rendite öffentlicher Anleihen ab. Für 2026 beträgt er 3,20 Prozent.[6]

Beispiel für 2026 ohne Pauschbetrag: Bei einem Depotwert von 10.000 € zu Jahresbeginn ist der Basisertrag 10.000 × 0,7 × 3,20 % = 224 €. Davon sind nach Teilfreistellung 70 % steuerpflichtig, also 156,80 €. Die Steuer beträgt 156,80 × 0,26375 = 41,36 €, wenn kein Sparerpauschbetrag mehr frei ist. Ist der Wertzuwachs im Jahr kleiner als der Basisertrag, fällt entsprechend weniger an, bei einem Kursverlust nichts.

Beim späteren Verkauf wird der Gewinn um die angesetzten Vorabpauschalen vermindert.[7] Insgesamt wird die Steuer also nur vorgezogen. Der Rechner erhebt die gesamte Steuer erst am Ende und lässt die Vorabpauschale weg. In der Praxis wird die Steuer jedoch Jahr für Jahr dem Depot oder Verrechnungskonto entnommen. Dadurch arbeitet weniger Kapital, und der tatsächliche Endwert liegt etwas unter dem berechneten. Das Ergebnis ist also leicht zu hoch, vor allem bei langer Laufzeit und hoher Rendite.

Historische Wertentwicklung und Schwankungen

Der MSCI World Index bildet Large- und Mid-Cap-Aktien aus 23 Industrieländern ab. Seine Nettorendite in US-Dollar betrug seit dem 29. Dezember 2000 bis zum 30. September 2026 durchschnittlich 7,46 Prozent pro Jahr. In den zehn Jahren bis zum 30. September 2026 lag sie bei 12,81 Prozent pro Jahr. Die Spanne der Kalenderjahre ist groß: 2022 lag die Nettorendite bei minus 18,14 Prozent, 2023 bei plus 23,79 Prozent. Der größte Rückgang des Index betrug 57,82 Prozent zwischen dem 31. Oktober 2007 und dem 9. März 2009. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft.[8]

Diese Zahlen sind Dollar-Werte des Index. Ein ETF auf den Index weicht davon durch Kosten, Währung und Replikationsmethode ab. Die Szenarien im Rechner sind deshalb Spannweiten zum Durchspielen, kein Erwartungswert.

Kosten: Wie viel die TER ausmacht

Die laufenden Kosten (TER) werden dem Fondsvermögen laufend entnommen und mindern die Rendite jedes Jahr. Kleine Unterschiede wirken über lange Zeiträume deutlich: Bei 100 € monatlich, 5 % Rendite vor Kosten und 30 Jahren ergibt sich vor Steuer ein Endwert von 79.030,63 € bei 0,2 % TER und 63.115,46 € bei 1,5 % TER. Die Differenz beträgt 15.915,17 €, bei gleichen Einzahlungen von 36.000 €.

Rechenbeispiele

EingabenEndwert vor SteuerEndwert nach SteuerKaufkraft (2 % Inflation)
100 € monatlich, 3 %, 0,2 % TER, 30 Jahre56.111,03 €52.661,78 €29.073,04 €
100 € monatlich, 5 %, 0,2 % TER, 30 Jahre79.030,63 €71.349,85 €39.390,18 €
100 € monatlich, 7 %, 0,2 % TER, 30 Jahre113.342,17 €99.326,62 €54.835,34 €

In allen drei Fällen zahlst du 36.000 € ein. Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 €. Die Kaufkraft zeigt den Endwert nach Steuer in heutigen Preisen.

Grenzen der Rechnung

Der Rechner nimmt eine konstante Rendite an, tatsächliche Börsenjahre schwanken stark, und die Reihenfolge der guten und schlechten Jahre verändert das Ergebnis. Er gilt für thesaurierende Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung bei Privatanlegern, nicht für Mischfonds, Rentenfonds, Betriebsvermögen oder Anlagen in Versicherungs- und Altersvorsorgemänteln. Nicht berücksichtigt sind die laufende Vorabpauschale, Kirchensteuer, Orderkosten, Spreads, Verlustverrechnung und eine mögliche Günstigerprüfung. Die Seite ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Welche Rendite sollte ich im ETF-Sparplan-Rechner ansetzen?

Eine sichere Rendite gibt es nicht. Deshalb zeigt der Rechner 3 %, 5 % und 7 % als Szenarien. Der MSCI World erzielte von Ende 2000 bis September 2026 netto in US-Dollar 7,46 % pro Jahr, eine Garantie für die Zukunft ist das nicht.

Wie wird der Gewinn aus dem ETF-Verkauf besteuert?

Bei Aktienfonds sind 30 % des Gewinns steuerfrei. Vom Rest wird der Sparerpauschbetrag abgezogen, auf den Rest zahlst du 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer.

Was ist die Vorabpauschale?

Bei thesaurierenden Fonds wird jedes Jahr ein Mindestertrag pauschal besteuert. Er ergibt sich aus 70 % des Basiszinses, 2026 sind das 3,20 %. Beim Verkauf mindert er den steuerpflichtigen Gewinn.

Warum liegt das Ergebnis des Rechners etwas über dem echten Depotwert?

Der Rechner lässt die Vorabpauschale weg und zieht die gesamte Steuer erst am Ende ab. In der Praxis wird sie jährlich fällig und mindert das arbeitende Kapital.

Wie stark wirken sich die Kosten (TER) aus?

Bei 100 € monatlich, 5 % Rendite vor Kosten und 30 Jahren sind es vor Steuer 79.030,63 € bei 0,2 % TER und 63.115,46 € bei 1,5 % TER.

Was bedeutet der kaufkraftbereinigte Wert?

Er rechnet den Endwert nach Steuer mit der angenommenen Inflation auf heutige Preise zurück. Bei 2 % Inflation entsprechen 71.349,85 € nach 30 Jahren der Kaufkraft von etwa 39.390 € heute.

Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz: Investmentsteuergesetz (InvStG) § 20 Teilfreistellung. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  2. [2] Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 32d Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  3. [3] Bundesministerium der Justiz: Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995) § 4 Zuschlagsatz. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  4. [4] Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 20 Abs. 9 Sparer-Pauschbetrag. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  5. [5] Bundesministerium der Justiz: Investmentsteuergesetz (InvStG) § 18 Vorabpauschale. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  6. [6] Bundesministerium der Finanzen: Basiszins zur Berechnung der Vorabpauschale gemäß § 18 Absatz 4 InvStG; Basiszins zum 2. Januar 2026 (BMF-Schreiben vom 13.01.2026). Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  7. [7] Bundesministerium der Justiz: Investmentsteuergesetz (InvStG) § 19 Gewinne aus der Veräußerung von Investmentanteilen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  8. [8] MSCI Inc.: MSCI World Index (USD), Index Factsheet, Net Returns, Stand 30. September 2026. Abgerufen am 27. Oktober 2026.

Redaktion

Text und Rechenweg: Lena, Betriebswirtin (M. Sc.) mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft

Lena hat Betriebswirtschaftslehre im Bachelor und Master studiert, mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, Rechnungswesen und Steuern. Bei Finanzwiki schreibt sie über Geldanlage, ETFs, Steuern und Altersvorsorge.

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