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Finanzwiki

Arbeitszeitrechner

Geschrieben von Philip · Wirtschaftsinformatiker und Unternehmer

Pausen, Höchstarbeitszeit und Ruhezeit sind am Arbeitszeitgesetz geprüft, die Beispiele sind nachgerechnet.

Rechenweg und Quellen offen dokumentiert, so arbeiten wir

Stand:

BeginnEndePause Mo

Endet die Schicht nach Mitternacht, einfach die Uhrzeit des Endes eintragen. Pause in Minuten. Die Tage gelten als aufeinanderfolgend.

Arbeitszeit

8:00 h

In Dezimalstunden 8,00
Mindestpause nach § 4 ArbZG 30 min
  • Pausen, Tagesgrenze und Ruhezeit eingehalten.

Kurz beantwortet

Der Rechner bestimmt aus Beginn, Ende und Pause die Nettoarbeitszeit je Tag und Woche, in Stunden und Minuten sowie in Dezimalstunden. Er prüft außerdem Mindestpause, Tageshöchstarbeitszeit und Ruhezeit nach dem Arbeitszeitgesetz. Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit, und zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens elf Stunden liegen.

So rechnet der Rechner

Für jeden Tag nimmt der Rechner die Zeit von Beginn bis Ende und zieht die Pause ab. Liegt das Ende zeitlich vor dem Beginn, zum Beispiel bei einer Nachtschicht von 22:00 bis 06:00 Uhr, rechnet er 24 Stunden dazu, weil die Schicht über Mitternacht geht.

  1. Spanne = Ende minus Beginn (bei Ende vor Beginn plus 24 Stunden).
  2. Nettoarbeitszeit = Spanne minus Pause.
  3. Dezimalstunden = Nettominuten geteilt durch 60.
  4. Wochensumme = Summe der Nettoarbeitszeiten aller eingetragenen Tage.

Das entspricht der gesetzlichen Definition: Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen.[1]

Danach prüft der Rechner drei Regeln. Erstens die Mindestpause: Sie beträgt 30 Minuten bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeitszeit und 45 Minuten bei mehr als neun Stunden. Mehrere Pausen sind erlaubt, wenn jede mindestens 15 Minuten dauert und die Summe stimmt. Länger als sechs Stunden hintereinander darf niemand ohne Pause arbeiten.[2] Zweitens die Tageshöchstarbeitszeit: Mehr als acht Stunden werktäglich sind nur zulässig, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden, und höchstens bis zehn Stunden.[3] Drittens die Ruhezeit: Zwischen Ende eines Arbeitstags und Beginn des nächsten müssen mindestens elf Stunden liegen.[4]

Nettoarbeitszeit je Tag

N = (E − B) − P, bei E < B: N = (E + 24 h − B) − P

B Beginn, E Ende, P Pause, alle in Minuten

Dezimalstunden

h = N / 60

N Nettoarbeitszeit in Minuten

Wochensumme

W = N_1 + N_2 + … + N_7

Summe der Nettoarbeitszeiten der eingetragenen Tage

Mindestpause nach § 4 ArbZG

P_min = 0 min bis 6 h, 30 min über 6 h bis 9 h, 45 min über 9 h

Maßgeblich ist die Arbeitszeit ohne Pause

Ruhezeit

R = (B_Folgetag + 24 h) − E_Vortag ≥ 11 h

E_Vortag Ende des Vortags, B_Folgetag Beginn des nächsten Tags

Parameter und Fundstellen

ParameterWertGültig
Mindestpause bei mehr als 6 bis 9 Stunden (§ 4 Satz 1 ArbZG)[2]30 min
Mindestpause bei mehr als 9 Stunden (§ 4 Satz 1 ArbZG)[2]45 min
Kürzester Pausenabschnitt (§ 4 Satz 2 ArbZG)[2]15 min
Längste Arbeit ohne Pause (§ 4 Satz 3 ArbZG)[2]6 h
Werktägliche Arbeitszeit (§ 3 Satz 1 ArbZG)[3]8 h
Höchstens mit Ausgleich in 6 Monaten oder 24 Wochen (§ 3 Satz 2 ArbZG)[3]10 h
Ununterbrochene Ruhezeit (§ 5 Abs. 1 ArbZG)[4]11 h
Jugendliche: höchstens je Tag (§ 8 Abs. 1 JArbSchG)[5]8 h
Jugendliche: höchstens je Woche (§ 8 Abs. 1 JArbSchG)[5]40 h

Was zur Arbeitszeit zählt und was nicht

Gesetzlich nicht zur Arbeitszeit zählen die Ruhepausen. Bei mehreren Arbeitgebern werden die Arbeitszeiten zusammengerechnet.[1] Der Rechner zählt deshalb nur die Zeit, die du als Beginn und Ende einträgst, und zieht die Pause ab. Wege zur Arbeit, Umkleidezeiten oder Bereitschaftsdienst sind je nach Arbeitsvertrag und Rechtsprechung unterschiedlich zu bewerten. Das kann ein Rechner nicht entscheiden; trage nur Zeiten ein, die in deinem Fall als Arbeit gelten.

Pause und Mindestpause

Die Mindestpause hängt von der Arbeitszeit ohne Pause ab. Wer von 8:00 bis 16:00 Uhr da ist und eine halbe Stunde Pause macht, arbeitet 7,5 Stunden und erfüllt die 30-Minuten-Regel. Wer dagegen 6 Stunden und 15 Minuten ohne Pause arbeitet, verstößt gegen die Pausenregel, weil mehr als sechs Stunden erreicht sind.[2]

Dezimalstunden

Lohnabrechnung und Tabellenkalkulation arbeiten oft mit Dezimalstunden statt mit Stunden und Minuten. Eine Minute ist 1/60 Stunde. Aus 7:45 Stunden werden 7,75, aus 7:20 Stunden 7,33 und aus 7:40 Stunden 7,67. Ist die Minutenzahl nicht durch 3 teilbar, rundet der Rechner die Dezimalzahl auf zwei Stellen.

Rechenbeispiel

Montag: Beginn 7:30 Uhr, Ende 17:00 Uhr, Pause 30 Minuten. Die Spanne beträgt 9 Stunden 30 Minuten, die Nettoarbeitszeit 9 Stunden, also 9,00 Dezimalstunden. Neun Stunden sind nicht mehr als neun, die Mindestpause von 30 Minuten ist eingehalten. Der Tag liegt über acht Stunden, deshalb zeigt der Rechner den Hinweis auf den Ausgleichszeitraum.

Dienstag: Beginn 8:00 Uhr, Ende 18:30 Uhr, Pause 30 Minuten. Netto sind es 10 Stunden. Weil dies mehr als neun Stunden sind, wären 45 Minuten Pause nötig: Der Rechner meldet die zu kurze Pause. Zehn Stunden sind die Obergrenze, die nur mit Ausgleich erreicht werden darf.

Spätschicht und Frühschicht: Endet ein Tag um 22:00 Uhr und beginnt der nächste um 7:00 Uhr, liegen nur 9 Stunden dazwischen. Der Rechner weist darauf hin, dass die Ruhezeit von elf Stunden unterschritten ist.

Wer sich auf die Regeln berufen kann

Das Arbeitszeitgesetz gilt für Arbeitnehmer, also Arbeiter, Angestellte und Auszubildende.[1] Es gilt nicht für leitende Angestellte im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes, Chefärzte, bestimmte Leiter und Entscheider im öffentlichen Dienst, Arbeitnehmer in häuslicher Gemeinschaft mit den von ihnen betreuten Personen und den liturgischen Bereich der Kirchen. Für Personen unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz, nach dem Jugendliche höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden dürfen.[6][5]

Tarifverträge und darauf gestützte Betriebs- oder Dienstvereinbarungen dürfen von den gesetzlichen Vorgaben abweichen, zum Beispiel bei Bereitschaftsdienst, bei der Aufteilung der Pausen in Schichtbetrieben oder bei der Kürzung der Ruhezeit um bis zu zwei Stunden mit Ausgleich.[7] In einzelnen Branchen kann die Ruhezeit außerdem um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn sie anderswo auf zwölf Stunden verlängert wird.[4]

Arbeitszeiterfassung

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) entschieden, dass Arbeitgeber nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet sind, ein System einzuführen, mit dem die geleistete Arbeitszeit erfasst werden kann.[8] Dieser Rechner ist keine Zeiterfassung im Sinne des Arbeitgebers: Er speichert nichts, deine Eingaben bleiben im Browser, und er ersetzt keinen Nachweis. Er hilft dir, die eigenen Zeiten nachzurechnen.

Grenzen der Rechnung

  • Der Rechner prüft die Regeln für Arbeitnehmer nach dem Arbeitszeitgesetz, nicht Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Diese können abweichen.
  • Er behandelt jeden eingetragenen Tag einzeln. Die Durchschnittsbetrachtung über sechs Monate oder 24 Wochen, die längere Arbeitstage rechtfertigt, kann er mit einer Woche nicht prüfen.
  • Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsregeln, Rufbereitschaft und Mehrfachbeschäftigung rechnet er nicht.
  • Für Jugendliche, leitende Angestellte, Beamte und Seeleute gelten andere Vorschriften.
  • Das Ergebnis ist eine Rechenhilfe und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Arbeitszeit mit Pause?

Du ziehst den Beginn vom Ende ab und anschließend die Pause. Von 8:00 bis 16:30 Uhr mit 30 Minuten Pause sind das 8 Stunden Arbeitszeit.

Wie viel Pause muss ich bei 8 Stunden Arbeit machen?

Bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeitszeit sind mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben, bei mehr als neun Stunden 45 Minuten. Die Pause darf in Abschnitte von mindestens 15 Minuten geteilt werden.

Wie rechne ich Minuten in Dezimalstunden um?

Teile die Minuten durch 60. 45 Minuten sind 0,75 Stunden, 20 Minuten sind 0,33 Stunden. Aus 7:45 Stunden werden 7,75.

Wie viele Stunden darf ich am Tag arbeiten?

Acht Stunden werktäglich. Bis zu zehn Stunden sind zulässig, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden.

Wie lang muss die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen sein?

Mindestens elf Stunden ohne Unterbrechung. In bestimmten Branchen kann sie um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn sie an anderer Stelle auf zwölf Stunden verlängert wird.

Muss mein Arbeitgeber meine Arbeitszeit erfassen?

Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 muss der Arbeitgeber ein System zur Erfassung der Arbeitszeit einführen. Die Form lässt der Beschluss offen.

Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 2 Begriffsbestimmungen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  2. [2] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 4 Ruhepausen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  3. [3] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  4. [4] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 5 Ruhezeit. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  5. [5] Bundesministerium der Justiz: Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) § 8 Dauer der Arbeitszeit. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  6. [6] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 18 Nichtanwendung des Gesetzes. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  7. [7] Bundesministerium der Justiz: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) § 7 Abweichende Regelungen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
  8. [8] Bundesarbeitsgericht: Einführung elektronischer Zeiterfassung, Initiativrecht des Betriebsrats (Beschluss vom 13. September 2022, 1 ABR 22/21). Abgerufen am 27. Oktober 2026.

Redaktion

Text und Rechenweg: Philip, Wirtschaftsinformatiker und Unternehmer

Philip hat eine kaufmännische Ausbildung, Wirtschaftsinformatik studiert und führt eigene Unternehmen. Bei Finanzwiki schreibt er über Finanzgrundlagen, Sparen, Konten und Alltagsrechner und prüft die Rechenwege.

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