Kurz beantwortet
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Wertpapierfonds, der direkt an der Börse gehandelt wird und meist die Wertentwicklung eines Index nachbildet. Er ist passiv gemanagt, weil der Verwalter keine eigenen Anlageentscheidungen trifft. Wie bei jedem Fonds trägst du das Marktpreisrisiko.
Was ist ein ETF?
ETF steht für Exchange Traded Fund. Diese Wertpapierfonds werden direkt an der Börse gehandelt. Meist bilden sie die Wertentwicklung eines Index nach, etwa des Deutschen Aktienindex (DAX). Man nennt solche Fonds passiv gemanagt, weil der Verwalter keine eigenen Anlageentscheidungen trifft, sondern allein der Entwicklung des Index folgt. Daneben gibt es aktive ETFs, bei denen der Verwalter teilweise vom Index abweicht, um ihn zu übertreffen.[1]
ETFs kaufst du meist direkt an der Börse, ohne Ausgabeaufschläge zu zahlen, und kannst die Anteile jederzeit über die Börse verkaufen.[1]
Sondervermögen
Ist ein ETF als Sondervermögen aufgelegt, muss die Kapitalverwaltungsgesellschaft es getrennt von ihrem eigenen Vermögen halten (§ 92 Abs. 1 KAGB).[2] Wird über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet, gehören die Sondervermögen nicht zur Insolvenzmasse (§ 99 Abs. 3 KAGB).[3] Das schützt vor der Insolvenz der Verwaltungsgesellschaft, nicht vor Kursverlusten des Fonds.
Physisch oder synthetisch
Ein ETF bildet den Index entweder durch den Kauf der entsprechenden Wertpapiere nach (physische Replikation) oder durch Geschäfte wie Swaps, die den Indexinhalt abbilden (synthetische Replikation). Wie ein bestimmter ETF das macht, steht im Verkaufsprospekt, der alle wirtschaftlichen und rechtlichen Details zum Fonds enthält, und im Basisinformationsblatt.[1]
Kosten
Bei passiven ETFs, die nur Indizes nachbilden, fallen die Gebühren meist niedriger aus als bei aktiv gemanagten Fonds oder aktiven ETFs.[1] Die laufenden Kosten eines Fonds, oft als TER (Total Expense Ratio) bezeichnet, mindern jedes Jahr den Fondswert. Das Basisinformationsblatt enthält nach der PRIIP-Verordnung einen Abschnitt „Welche Kosten entstehen?“ mit einmaligen und wiederkehrenden Kosten.[4] Es darf höchstens drei DIN-A4-Seiten umfassen und muss dir vor jeder Investition in einen ETF unaufgefordert ausgehändigt werden. Vor dem Kauf muss die Bank dir außerdem die Ex-ante-Kosteninformationen zur Verfügung stellen.[1]
Risiken
Ein ETF unterliegt dem Marktpreisrisiko: Sein Wert hängt direkt davon ab, wie sich die nachgebildeten Anlagegegenstände entwickeln, und Aktienmärkte können stark schwanken. Die Streuung über viele Werte begrenzt das Risiko nur, solange nicht die gesamte Anlageklasse, die der Index abbildet, von einem Abschwung betroffen ist. Die BaFin prüft nicht, ob ein Fonds wirtschaftlich ist; die Risiken trägst du allein.[1]
Steuern in Kürze
Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei (§ 20 Abs. 1 InvStG, Teilfreistellung).[5] Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich die Vorabpauschale angesetzt, bei ausschüttenden ETFs die Ausschüttung. Wie du regelmäßig einzahlst und was daraus wird, kannst du mit dem ETF-Sparplanrechner durchspielen.
Rechenbeispiel: Wirkung der laufenden Kosten
Angenommen werden 10.000 € Einmalanlage, 20 Jahre Haltedauer und eine Wertentwicklung des Index von 6 % pro Jahr vor Kosten. Das ist eine Rechenannahme, keine Prognose. Die laufenden Kosten werden vereinfacht von der Rendite abgezogen, Steuern bleiben außen vor.
- Ohne Kosten: 10.000 € × 1,0620 = 32.071,35 €.
- Laufende Kosten 0,20 % pro Jahr (angenommen): Rendite 5,80 %, 10.000 € × 1,05820 = 30.882,56 €.
- Laufende Kosten 0,50 % pro Jahr (angenommen): Rendite 5,50 %, 10.000 € × 1,05520 = 29.177,57 €.
Die Differenz zwischen den beiden Kostenannahmen beträgt nach 20 Jahren 1.704,99 €. Kleine jährliche Unterschiede wirken also über lange Zeit deutlich, weil die Kosten jedes Jahr auf den größer gewordenen Fondswert anfallen.
Grenzen und Sonderfälle
Dieser Eintrag nennt keine Indizes zur Auswahl und keine Produkte. Besondere ETFs, die etwa an Themen oder Regionen gebundene Indizes abbilden, bieten womöglich weniger Diversifizierung.[1] Der Eintrag erklärt den Begriff und ersetzt keine Beratung.
Häufige Fragen
Was ist ein ETF?
Ein an der Börse gehandelter Wertpapierfonds, der meist die Wertentwicklung eines Index nachbildet. Passiv heißt: Der Verwalter folgt dem Index und trifft keine eigenen Anlageentscheidungen.
Was bedeutet ETF-Sparplan?
Ein Sparplan investiert regelmäßig einen festen Betrag in einen ETF. Wie viel dabei herauskommt, hängt von der Wertentwicklung und den Kosten ab; mit dem ETF-Sparplanrechner kannst du Annahmen durchrechnen.
Ist ein ETF sicher, wenn die Fondsgesellschaft insolvent wird?
Bei einem Sondervermögen gehört das Fondsvermögen nicht zur Insolvenzmasse der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Kursverluste des Fonds bleiben davon unberührt.
Was ist der Unterschied zwischen physisch und synthetisch?
Physische ETFs kaufen die Wertpapiere des Index, synthetische bilden den Index über Geschäfte wie Swaps nach.
Wo stehen die Kosten eines ETF?
Im Basisinformationsblatt im Abschnitt zu den Kosten, ergänzt durch die Ex-ante-Kosteninformationen deiner Bank. Die laufenden Kosten werden oft als TER bezeichnet.
Quellen
- [1] Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Exchange Traded Funds (ETFs) im Überblick. Abgerufen am 1. November 2026.
- [2] Bundesministerium der Justiz: Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) § 92 Sondervermögen. Abgerufen am 1. November 2026.
- [3] Bundesministerium der Justiz: Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) § 99 Kündigung und Verlust des Verwaltungsrechts (Absatz 3). Abgerufen am 1. November 2026.
- [4] Europäisches Parlament und Rat: Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 über Basisinformationsblätter (PRIIP), Artikel 8. Abgerufen am 1. November 2026.
- [5] Bundesministerium der Justiz: Investmentsteuergesetz (InvStG) § 20 Teilfreistellung (Absatz 1). Abgerufen am 1. November 2026.
Redaktion
Text und Rechenweg: Lena, Betriebswirtin (M. Sc.) mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft
Lena hat Betriebswirtschaftslehre im Bachelor und Master studiert, mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, Rechnungswesen und Steuern. Bei Finanzwiki schreibt sie über Geldanlage, ETFs, Steuern und Altersvorsorge.
Wie wir recherchieren, rechnen und prüfen, steht unter So arbeiten wir. Fehler gefunden? Schreib uns an [email protected].
Verwandte Begriffe
- Geldmarktfonds
Kurzfristige Papiere nahe den Geldmarktsätzen: Arten nach EU-Verordnung, Abgrenzung zu Tagesgeld, Teilfreistellung und Vorabpauschale.
- Teilfreistellung
30 % bei Aktienfonds, 15 % bei Mischfonds, 60 und 80 % bei Immobilienfonds: so viel der Fondserträge § 20 InvStG steuerfrei stellt.
- Vorabpauschale
Fiktiver Mindestertrag eines Investmentfonds nach § 18 InvStG: 70 % des Basiszinses auf den Fondswert, 2026 mit 3,20 % Basiszins.
- Thesaurierend und ausschüttend
Erträge bleiben im Fonds oder werden ausgezahlt: der Unterschied und seine steuerlichen Folgen nach dem InvStG.
- Sparer-Pauschbetrag
1.000 € bzw. 2.000 € Pauschbetrag auf Kapitalerträge nach § 20 Abs. 9 EStG, seit 2023 angehoben.
Weitere Rechner
- ETF-Sparplan-Rechner
Sparplan mit Rendite, Kosten, Dynamik, Steuer und Inflation durchspielen.
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Arbeitszeit mit Pause, in Stunden und Dezimalstunden, mit Prüfung nach Arbeitszeitgesetz.
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Was ein Euro-Betrag aus einem früheren Jahr heute wert ist, mit dem amtlichen Verbraucherpreisindex seit 1991, dazu Kaufkraft in der Zukunft.
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Abgeltungsteuer, Soli und Kirchensteuer auf Zinsen, Dividenden und Fondserträge, mit Sparer-Pauschbetrag und Teilfreistellung.
- Mehrwertsteuer-Rechner
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